Im Gegensatz zu Grand Theft Auto 5 werden wir in Red Dead Redemption 2 ausschließlich in die Rolle eines einzigen Protagonisten schlüpfen: Arthur Morgan. Laut Rockstar handelt es sich hierbei um eine Story-bedingte Entscheidung, da eine persönlichere Geschichte erzählt werden soll als in GTA 5.

Persönlich ist ebenfalls das Stichwort für die Individualisierungsmöglichkeiten, die Red Dead Redemption 2 zu bieten hat. Denn Spieler haben nicht nur die Möglichkeit, Arthur Morgan in neue Klamotten zu stecken, sondern aus ihm den Western-Helden oder -Outlaw zu machen, den sie in ihm sehen.

Bei Rockstar Games konnte ich Red Dead Redemption 2 spielen und ein Bild davon machen, wie umfangreich die Individualisierungsmöglichkeiten schon jetzt ausfallen.

 
Der neue "Held" von Red Dead Redemption 2: Arthur Morgan.

Draußen aber ja eine Jacke anziehen

Rockstars berühmt-berüchtigte Detailverliebtheit macht sich also in Red Dead Redemption 2 an erster Stelle bei Protagonist Arthur Morgan bemerkbar. Der Outlaw ist neben John Marston ein Mitglied der Van der Linde-Gang. Wo er herkommt, was er will und was seine Lieblingsfarbe ist, interessiert uns an dieser Stelle jedoch nicht. An dieser Stelle möchte ich besonders auf seinen Bart und die Größe des Revolvers eingehen, den er in seinem Holster trägt... Aspekte, die eben auch auf Tinder zum Tragen kommen.

Das Aussehen von Morgan lässt sich nach Belieben anpassen – Red Dead Redemption 2 übertrifft in diesem Bezug vorangegangene Rockstar-Spiele: So wirkt sich die Kleidung, die Arthur in kalten/warmen Gebieten trägt auf seine Fähigkeiten aus. Hat der Outlaw in den verschneiten Grizzly Mountains zum Beispiel nicht mehr als ein Unterhemd an, leidet darunter seine Ausdauer.

Für die kälteren Gebiete empfiehlt sich ein dicker Mantel – hört auf Mama.

Entsprechend empfiehlt sich ein Besuch beim lokalen Ladenbesitzer, dessen Sortiment ich – im wahrsten Sinne des Wortes – durchblättern kann: Red Dead Redemption 2 verzichtet größtenteils auf Menüs und versucht Gameplay-Elemente wie einen Einkaufsbummel möglichst organisch in das Spielgeschehen einzuflechten.

So kann ich entweder durch den Laden stöbern und so ziemlich alles einkaufen, was sich in den Regalen findet – oder aber einen Katalog auf der Theke des Ladenbesitzers aufschlagen. Natürlich ist Letzteres im Grunde auch nur ein Menü, aber weil es stilistisch mit Werbesprüchen sowie Werbung im Zeitgeist des Wilden Westens verfasst ist, wird selbst das Shopping zum immersiven Erlebnis. Es bleibt abzuwarten, ob im finalen Spiel nicht die Übersicht darunter leidet.

So gut wie jeden Artikel in den Regalen kann Arthur inspizieren und kaufen.

Beim Barte von Arthur Morgan!

Arthur sollte aus gutem Grund auf seinen Kleidungsstil achten: Aufrechte Bürger in der Welt von Red Dead Redemption 2 sind nicht so begeistert davon, wenn der Cowboy vor Schlamm und/oder Blut nur so trieft. Dabei hilft ein Bad, der Wechsel der Klamotten und/oder eine Rasur.

Hat Arthur zum Beispiel besonders viel Zeit in der Wildnis verbracht, sieht er auch entsprechend aus: Nicht nur seine Outfits leiden unter der Witterung und dem rauen Lebensstil eines Outlaws, währenddessen wachsen auch Bart und Haare des Red Dead Redemption 2-Protagonisten.

Sofern Arthur also nicht zu sehr verwildern soll, empfiehlt sich ein Besuch beim Barbier. Der kann allerdings auch nur mit dem arbeiten, was Morgan bereits im Gesicht oder auf dem Kopf trägt. Sollte ich mit der Arbeit des Friseurs nicht zufrieden sein, hat dieser immer noch eine Haarwuchs-Tinktur im Angebot, die dessen Unwerk wieder rückgängig macht. Zahlreiche Männer mittleren Alters würden sich über so ein Wundermittel zweifelsohne im echten Leben freuen.

Arthur kann sich einen vergleichbar beeindruckenden Bart stehen lassen, wie sein Kollege aus der Van der Linde-Gang hier.

Die Qual der Waffenwahl

Kleider machen Leute und das Schießeisen einen Cowboy: Die Individualisierungsmöglichkeiten der Waffen reichen hier von Gravuren am Pistolenlauf, über alternative Holzsorten für den Griff bis zu einem komplett neuem Gehäuse aus glänzendem oder mattem Metall.

Diese Anpassungen verändern zwar die Optik, wirken sich jedoch nicht auf die Handhabung der jeweiligen Waffe aus. Dafür gibt es wiederum andere Einzelteile, die sich austauschen lassen: Wie wäre es beispielsweise mit einem neuen Visier oder einem größeren Pistolenlauf, der selbst "Dirty Harry" Callahan an seinem Glück zweifeln lassen würde?

Schickes Ding: Mit einem edlen Revolver raubt es sich viel gehobener.

Ein besonderes Schmankerl für Individualisierungs-Fetischisten: (Fast) jede Waffe, die Arthur Morgan bei sich trägt, ist an seinem Körper zu sehen. Das trägt wiederum zur persönlichen Gestaltung von Arthur und damit der Immersion von Red Dead Redemption 2 bei.

Entsprechend ist Morgan kein wandelndes Waffenarsenal – wie es noch John Marston in Red Dead Redemption war – sondern beschränkt sich auf "nur" zwei Hand- und zwei Langlaufwaffen. Keine Sorge: Natürlich muss Arthur nicht auf Wurfgegenstände wie Dynamitstangen oder Nahkampfwaffen wie ein unverschämt großes Messer verzichten – die stopft er sich wohl einfach in die Hosentaschen.

Außerdem lassen sich sonstige Schießprügel im Sattel eures Pferdes verstauen, das mindestens genauso viel stemmt, wie Lydia aus The Elder Scrolls 5: Skyrim. In Red Dead Redemption 2 könnt ihr übrigens euren Lebenstraum erfüllen und euer Pferd frisieren, mit neuen Satteln, Steigbügeln oder Decken ausstatten.

Für das ganze Gepäck, das es trägt, verdient Arthurs Pferd eine Streicheleinheit... und vielleicht auch eine neue Frisur?

Fazit: Wie viel mehr hat RDR 2 noch zu bieten?

Schon während meiner kurzen Anspielsession hat mich die Vielfalt der Anpassungsmöglichkeiten in Red Dead Redemption 2 begeistert. Ich bin gespannt, wie viel mehr das finale Spiel zu bieten haben wird – was ich selbst ausprobieren und mitansehen konnte, hat mich aber schon jetzt begeistert. Anderen Spielern sind solche Kleinigkeiten vielleicht nicht so wichtig. Doch als jemand, der Stunden in einem Charaktereditor festhängen kann oder stets auf die Kleidung seiner Spielfigur achtet, freue ich mich schon jetzt darauf, Arthur einen mächtigen Schnauzbart, einen noch mächtigeren Revolver und den größten Cowboyhut zu verpassen, den der Wilde Westen jemals gesehen hat. Vielleicht lasse ich ihn aber auch einfach nur in Unterwäsche herumlaufen. Mal gucken.

Die wichtigsten Infos zu Red Dead Redemption 2

Red Dead Redemption 2 ist ab dem 26. Oktober 2018 für Playstation 4 und Xbox One erhältlich und kommt vielleicht doch noch für den PC.


Über den Autor: Valentin Aschenbrenner ist Editor bei IGN Deutschland. Ihr könnt ihm auf Twitter, Instagram und Letterboxd folgen: @valivarlow.